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Rheinzeitung vom 14.09.2009

Die Holzbachtalbahn feiert ihren 125. Geburtstag

- Großes Programm am Bahnhof Neitersen
- Ausstellung historischer Loks begeistert Zuschauer
- Heute nur Güterverkehr

NEITERSEN. Mit großem Bahnhof feierte die Westerwaldbahn den 125. Geburtstag der Holzbachtalbahn, auch Unterwesterwaldbahn genannt, am Bahnhof in Neitersen. Mehr als 80 Gäste aus Politik und Wirtschaft, der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung Konrad Schwan, Ortsbürgermeister der Anrainergemeinden der Linie und viele Besucher werden in die "guten alte Zeit" der Eisenbahn zurückversetzt. Der Name Holzbachtalbahn rührt daher, dass ein gutes Stück der Linie von Altenkirchen nach Siershahn entlang des Holzbachs verläuft, erklärte Horst Klein, Geschäftsführer Westerwald-Bahn.

Für das Rahmenprogramm sorgten der Musikverein Elkenroth sowie die Neiterser Chöre. Start der Jubiläumsfahrten nach Dierdorf war Altenkirchen mit Zusteigmöglichkeiten an den ehemaligen Bahnhöfen. Gefahren wurden die Gäste mit einer Dampflok der Baureihe 52-8106 aus dem Jahr 1943. Es war eine Dampflok, die noch im Kriegseinsatz war, erklärte Lokführer Udo Packleppa von den Eisenbahnfreunden Treysa (Hessen), die im Auftrag der Organisatoren der Eisenbahnfreunde Betzdorf die Fahrten durchführten, weil die Bahn der Betzdorfer noch in der Restaurierung ist. Gefahren wurde im Zweistundentakt bis zum Zielbahnhof Dierdorf. In Neitersen gab es eine Eisenbahnausstellung zu bestaunen. Dort standen unter anderem historische Züge: Eine Diesellok der Baureihe V 100 Nummer 21 2372, zwei historische E-Loks mit den Bezeichnungen E 44 1170 aus den 40er-Jahren und eine E 141 248 fanden Interesse. Geschäftsführer Klein begrüßte die Gäste und gab einen Rückblick auf die Geschichte der Linie Altenkirchen-Siershahn mit den Nebenstrecken Brexbachtal und der Strecke Flammersfeld-Linz. 1872 begannen die Planungen, der erste Zug rollte im Sommer 1884. Im Jahr 1912 eröffnete die Nebenstrecke Flammersfeld-Linz, die 1945 geschlossen wurde, weil alle 14 Brücken zerstört waren. Ebenfalls 1945 wurden die Bahnhöfe in Altenkirchen und Siershahn zerstört, die aber wieder aufgebaut wurden. 1946 startete der Fahrbetrieb von Altenkirchen nach Siershahn erneut. Besonderheit von 1954 bis 1967 war der Schienen-Straßen-Bus. Ab 1975 nahm der Verkehr dann ab, wurde zunächst an Sonn- und Feiertagen, 1984 dann komplett eingestellt. Der Güterverkehr wurde 1998 wieder aufgenommen, heute verkehrt auf der Strecke täglich ein Zug. Die Strecke Bendorf-Siershahn ist geschlossen, Limburg-Siershahn noch in Betrieb.

Trotz historischen Innenlebens hatte Lokführer Udo Packleppa alles im Blick und Griff.


Eindrucksvoll schnaufte und rauchte die Dampflok am Bahnhof
in Altenkirchen.

Bericht und Fotos von Heinz-Günter Augst




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